ALLES IN ORDNUNG?



Gruppenausstellung der GEDOK KARLSRUHE und GEDOK WUPPERTAL
Aktuelle Ausstellung / 30.06.2019 – 01.09.2019 // Öffnungszeiten: Montag – Samstag: 08:00 – 19:00 Uhr; Sonntag: 08:00 – 16:00 Uhr

> Pforzheimer Zeitung / Kultur (28.06.2019)   > (PDF)

Schon allein die Formulierung des Ausstellungsprojektes war eine im positivsten Sinne vermeintliche Provokation an die bildenden Künstlerinnen der GEDOK Karlsruhe und der GEDOK Wuppertal und auch eine Aufforderung zu einer kritischen Hinterfragung des Ist-Zustandes.
Ist bei dir alles in Ordnung?
Ist die Welt, in der wir leben, noch in Ordnung?
Oder versinken wir nach und nach in dem gefühlten Chaos einer reizüberfluteten Gesellschaft?
Befreien wir die Welt vom Chaos und schaffen eine schöne neue Welt?
Und wie sieht diese neue Welt dann aus?
Diesen oder ähnlichen Fragen stellten sich die Künstlerinnen der GEDOK Karlsruhe und der GEDOK Wuppertal in einem gemeinschaftlichen Ausstellungsprojekt, das in Hohenwart Forum noch bis zum 1.September zu sehen ist. Dass die Ausstellungsbeiträge sowohl öffentlich wie auch privat relevante Themen widerspiegeln, resultiert nicht zuletzt auch aus dem Konzept des Projektes, die Frage „Alles in Ordnung?“ ganz offen zu lassen. Der Anspruch vieler Künstlerinnen, sich weniger den schönen und angenehmen, sondern vielmehr den unangenehmen und häufig schmerzhaften Seiten der Wirklichkeit zu widmen und auch ungeschönte Dinge darzustellen, bringt Spannung in die Präsentation und macht deutlich, dass ein solches Projekt auch immer eine Gegelegenheit für Kunstschaffende
bedeutet, in eigenem Medium agierend wie agitierend an die Öffentlichkeit zu treten.
Zu sehen ist eine vielfältige Ausstellung und eine vielschichtige Bilderwelt mit den unterschiedlichsten Quellen der Inspiration und deren differenten, formal-ästhetischen und inhaltlichen Antworten auf das, was der Titel der Ausstellung „Alles in Ordnung?“ in den 21 Künstlerinnen gedanklich und visuell ausgelöst hat. Sie hinterfragen kritisch Wertevorstellungen und Entwicklungstendenzen unserer Gesellschaft, fragen nach dem Sinn des Lebens in dem Zustand unserer Zeit, in der es eben nichts mehr in Ordnung zu sein scheint. Dabei werden von den Künstlerinnen nicht immer endgültige Positionen bezogen, sondern dem Rezipienten teils sehr unbequeme Fragen gestellt, ebenso finden Selbstbefragungen statt, ohne Anspruch auf eindeutige Antworten.
Die immer wiederkehrenden Themen sind zweifellos existentieller Natur: soziale Ungleichheit, Bedrohung, Gewalt, Missbrauch und Unterdrückung, im Privaten Unsicherheit, Zweifel, Hilflosigkeit und Überforderung. Was sich aus den Werken herauslesen lässt, ist immer die ganz persönliche Ansicht der Künstlerinnen darüber, was Kunst leisten soll und kann. Ihr künstlerischer Beitrag macht auf vielfältige Art und Weise deutlich, dass Kunst das Potenzial hat, über ihren ästhetischen Wert hinaus, wichtige gesellschaftliche Aspekte zu thematisieren.
Krisztina Jütten M.A.

Teilnehmende Künstlerinnen:

Uta Arnhardt
Christine Bauer
Sabina Bohn
Ingrid Bürger
Beatemarie Busch
Cornelia Ernenputsch
Petra Göbel
Maren Hering
Anna Higgs
Iris Kamlah
Vassiliki Karampataki
Gloria Keller
Sylvia Kiefer
Heidi Knapp
Lilo Maisch
Kuni Liepmann
Isabell Reiling
Irmhild Schaefer
Daniela Werth
Erika Windemuth
Ewa Witter-Mante

Fotografie: Gerd Jütten FOTODESIGN